Unterwegs im Rotlichtviertel

16.11.2024 - 10:30

Veranstalterin: Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen - AsF

Referentin: Magdalene Hildebrandt, Gießen

Geboren 1948 als jüngstes Kind von sechs - neben zertrümmerten Häusern, gegenüber vom Liebigmuseum, in der Liebigstraße 13, im obersten Stock des Gebäudes, in dem heute Wildwasser Gießen zu Hause ist.Aufgewachsen im Bahnhofsviertel, in dem Rausschmiss von Betrunkenen aus einer Kneipe in der Nachbarschaft zur Tagesordnung gehörte. Unterwegs in der Bahnhofstrasse auf dem Heimweg von der Goetheschule an Moulin Rouge vorbei, wo in dessen Schaukasten Bilder von halbnackten Frauen ausgestellt waren. Das war ein Teil ihrer Kindheit.Der andere, viel stärkere, war das Erleben von Geborgenheit und Liebe in einer Großfamilie. Mit Ende 30, nach 10 Jahren missionarischer Tätigkeit in Brasilien, wurde die überall sichtbare Not von Frauen in der Prostitution zum Antrieb ihres Handelns und so suchte sie nach Wegen, etwas zur Linderung beizutragen. Auf diese Weise kam sie in das größte und berühmt-berüchtigtste Rotlichtviertel von São Paulo, damals „Boca do Lixo“ (Müllschlund), später Cracolândia“  (Crackland) genannt.Von ihrem Weg dorthin und dem Unterwegssein unter den „Madalenas“ möchte Magdalene Hildebrandt berichten.