Referentin: Marlies Segschneider, Soziologin, Sozialpädagogin
Was wäre Weihnachten ohne Dresdner Stollen, Nürnberger Lebkuchen und Aachener Printen?Schon in den ältesten Zeiten wurde Backwerk als Opfer-gabe hergestellt. Zur Wintersonnenwende gab es bei den Germanen Opferschmäuse, die dem Sonnengott gewid-met waren. In den Klöstern des Mittelalters wurden die ersten Lebkuchen gebacken, um Kranke damit zu laben. Die notwendigen Gewürze, die aus den „Pfefferländern“ stammten, galten als wohlschmeckende Medizin und mussten damals teuer in Apotheken erworben werden.Später gelangten die Rezepte der „Labekuchen“ in die Backstuben der Bürgerhäuser. Und in den Städten entwickelten sich die Berufe der „Lebzelter“ und „Pfefferküchler“, die eigene Zünfte bildeten. Umschlagplatz für Gewürze aus dem Orient und aus Afrika war Venedig. In Deutschland bekamen Nürnberg und Frankfurt besondere Stellungen im Gewürzhandel.Für wichtige Anlässe wurden vorhandene Rezepte verfeinert, so z. B. Die „Basler Leckerli“. Und ohne Napoleons Kontinentalsperre hätten die Aachener Printen wohl heute noch ihr ursprüngliches Aussehen.Kommen Sie mit auf eine Pfefferkuchenreise zwischen Brauchtum, Handel, Medizin und Religion.